Tzeltalen

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Die Tzeltal sind eine der vielen historischen und bis heute erhaltenenen Mayagruppen. Sie wohnen im zentralen Hochland des Bundesstaats Chiapas in weit verstreuten, oft schwer zugänglichen Dörfern. Bis etwa 1200 n. Chr. konnte man Tzeltal und Tzotzil nicht voneinander unterscheiden.

In einfachen Häusern leben die Familien zusammen, die ihren Lebensunterhalt vorwiegend durch Landwirtschaft (Mais, Bohnen und Kürbis) verdienen, wie auch mit Tierhaltung (Hühner, Schweine und Schafe) und dem Kunsthandwerk (Weben, Nähen, Stickarbeiten und Keramiken).

Nahrungsmittelüberschüsse werden auf den wöchentlichen Obst- und Gemüsemärkten verkauft oder getauscht, die im Wechsel in den verschiedenen Gemeinden stattfinden.

Durch Veränderungen in der tzeltalen Gesellschaft müssen immer mehr Männer ihre Heimat verlassen, um durch Lohnarbeit zum Familieneinkommen hinzuzuverdienen. Sie werden oftmals von ihren Arbeitgebern ausgebeutet und erhalten weniger Lohn als üblich.

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Im Gegensatz zu dieser Männermigration bleiben viele Mädchen zu Hause und versuchen, die Familie zu unterstützen. Anstatt zur Schule zu gehen, verkaufen sie Nahrungsmittel auf den Straßen. Nicht selten müssen einige Familien die Schulausbildung ihrer Kinder für ihre wirtschaftlichen Bedürfnisse opfern.

Eine hohe AnalphabetInnenrate (bis zu 70%), geringe Bildungschancen und ein für den Bevölkerungsdurchschnitt niedriger Lebensstandard kennzeichnen daher die Situation dieser indigenen Gruppen.

Gesprochen wird Tzeltal, eine Maya-Sprache, die von rund 480.000 Menschen, hauptsächlich im Bundesstaat Chiapas, benutzt wird. Sie ist am nächsten mit der Tzotzil-Sprache verwandt und hat einen der höchsten Anteile unter den indigenen Sprachen Mexikos.

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